Ohne Aufpreis: Ich schreibe auf Wunsch auch SCHEIẞE

… Die neuen Rechtschreibregeln erlauben das nämlich

Niemand ist gezwungen. Und das Bedürfnis in der Bevölkerung für ein großes „ß“ in der Schrift liegt auch ganz sicher deutlich unter der Nachweisgrenze. Aber der Rat für deutsche Rechtschreibung „beobachtet“ ja immer, was im deutschen Sprachraum so geschrieben wird. In Ausweisen und in der Werbung werden z. B. Namen und auch anderes in VERSALIEN geschrieben. Es gab bisher aber kein großes „ß“. Das war Passämtern und Coca-Cola nun egal: Sie schrieben STRAßE und NUR FRUCHTSÜßE.

Der neugeborene Großbuchstabe ẞ soll im Schriftbild besser aussehen. Aha, na ja… Vielleicht gewöhnen wir uns daran, und dann existiert er friedlich neben der weiterhin regulären (!) Schreibweise mit Doppel-S: SCHEISSE oder SCHEIẞE ist also egal.

Professionelle Rechtschreibung und Korrekturen neu?

Auf meiner Seite über Korrekturen gab es sowohl bei neuen Texten als auch bei Korrekturaufträgen immer schon die schöne Wahlmöglichkeit, entweder die strikte oder die vernünftige Anwendung der amtlichen Regeln zu bestellen. Vernünftig ist billiger, weil ich eine Reihe wirklich schlecht einprägsamer Fälle nicht nachzuschlagen brauche.

Das Schöne an den aktuellen Neuerungen ist aber nun, dass sie genau dieser professionellen Vernunft mehr Raum geben. Ich darf nicht nur nach typographischer Ästhetik frei zwischen ẞ un SS wählen, sondern auch z. B. je nach Zusammenhang „rote“ oder „Rote“ Karte. Soll heißen: Wer von mir Texte mit der „vernünftigen“ Rechtschreibung bekommt, kauft damit automatisch mehr amtliche Regeln als bisher. (Was aber sowieso nur wenige Kolleginnen und Kollegen von mir sowie ein paar extremistische Deutschlehrer bemerken werden.)

Tipp für die Rechtschreibung im Alltag

Sie brauchen sich, vor allem wenn Sie das meiste am Rechner schreiben, kein neues Wörterbuch zu kaufen. Laden Sie sich lieber die aktuellen Regeln und das Wörterverzeichnis auf der Seite des Rates für deutsche Rechtschreibung herunter. Die Suchfunktion im Wörterverzeichnis ist meist schneller als z. B. der Online-Duden.

Und bei der Gelegenheit beherzigen Sie getrost auch, was ich vor einiger Zeit hier zur zwanghaften Anpassung des Sprachstils an die Zielgruppe gesagt habe.

2. Juli 2017

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Content Marketing: Der Unternehmensjournalismus kriegt Prügel

Da folgen Sie schon mal den einmütigen Schlachtrufen der versammelten PR- und Werbebranche, bringen Ihre Unternehmenskommunikation wirksam und glaubwürdig (!) mit Content Marketing auf Erfolgskurs – und dann stehen Sie plötzlich in der Schmuddelecke: „Subtile Form der Werbung in bewusst journalistischer Anmutung“, um sich an Kunden „heranzupirschen“, eine „Invasion“,  fragwürdige Methoden usw., usw.

Also Vollbremsung und raus aus dem Trend, bevor Sie plötzlich bei den Bösen sind? – Nein, aber Sie müssen spätestens jetzt ein paar Sachen richtig machen. Lesen Sie, welche. Weiterlesen

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Shitstorm & Co: Fällt auch Ihnen bald die eigene Werbung auf den Kopf?

Kundenreaktionen auf WerbungDrei beliebige Beispiele von vielen aus den letzten Monaten: Apple, IKEA und ein Ausflugslokal im Salzkammergut.

Drei völlig verschiedene Plattformen und Anlässe für Werbung und PR. Dreimal ein Schuss, der mehr oder weniger nach hinten losging.

Wer ist der nächste, dem seine Anzeige oder sein Plakat oder sein letztes Facebook-Posting um die Ohren fliegt? Kann es jeden treffen? Weiterlesen

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Pfui Deibel, der „Spiegel“ kotzt !

Praschma-Blog Spiegel über ManufactumSagen wir, Sie haben einen Blog. Oder Sie schreiben auch mal etwas Längeres in einem der sozialen Netzwerke. Dann erfahren Sie jetzt, was Sie dabei strikt unterlassen sollten. Nämlich, dass Sie sich keinesfalls, nie und nimmer, um Himmels Willen… also: Nehmen Sie sich kein Vorbild an einem Schreibstil, wie ihn der „Spiegel“ in dem Artikel über Thomas Hoof, den Ex-Chef von Manufactum („Es gibt sie noch die guten Dinge“) pflegt. Weil: *Speiübelwerd*

Worum es geht? – Hier findet aus der billigsten Absicht, den Leser zu bespaßen, die öffentliche Abschlachtung eines Mannes und eines Unternehmens statt. Das ist streckenweise brilliant formuliert; Weiterlesen

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Abmahnungen und Co: Markenimage lässt sich auch mit heiklen Geschäftsfällen pflegen

Gute Abmahnungstexte

Jack Daniel’s ist dieser Whiskey aus Tennessee, wo immer noch die Holzfässer über den Hof gerollt werden und pensionierte Cowboys in karierten Hemden herumsitzen und darüber wachen, dass der Reifeprozess ungestört vonstatten geht. Sagt die Werbung, und immerhin, in der ZEIT steht, dass das auch weitgehend stimmt. Das ist das eine. Weiterlesen

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