Ghostwriting

Der Stunt-Einsatz unter den Texterjobs

Wenn mich jemand fragt: Ja, selbstverständlich biete ich Ghostwriting an. Und ebenso selbstverständlich lehne ich manches ab, was darunter fällt. Grundsätzlich ist Ghostwriting nichts anderes als die Arbeit von Stuntmen beim Film. Oder das, was ein Innenarchitekt macht. Ghostwriting ist manchmal der anspruchvollste Texter-Job überhaupt. Und wenn er gelingt, manchmal auch der schönste. Weil dazu wirkliche Sympathie gefordert ist: Wenn ich mag, was Sie sagen wollen, kann ich schreiben, wie Sie es sagen würden.

Ghostwriting: Erlaubtes und No-go

Na klar:
Reden-Entwürfe, Fachartikel, Kunden- und andere Briefe, Bücher und Buchbeiträge, Bewerbungen…

Niemals:
Wissenschaftliche Arbeiten, Arbeitsproben und alles, bei dem die tatsächliche Autorschaft in irreführender Absicht verheimlicht werden soll

Lösungen für Grenzfälle:
Liebes- und Kondolenzbriefe sind typische Beispiele, wo die Grenzen der Fähigkeit, sich schriftlich auszudrücken, bis zur Verzweiflung führen können. Trotzdem sollten Sie, wo es so persönlich wird, nicht vortäuschen, etwas selbst geschrieben zu haben. – Da ruht kein Segen drauf… Aber: Wenn Sie mir schildern, was Sie empfinden und denken, kann ich das dennoch so fein wie möglich formulieren; und Sie, Sie schreiben es ab und sagen dazu: „Diese Sätze sind nicht von mir, aber sie drücken aus, was ich fühle…“, und alles wird gut.

Bei anderen Texten, wo Sie es auch aus irgendwelchen Gründen nicht in Ordnung finden, dass einfach Ihr Name darüber steht: Lassen Sie sich als Autor ruhig stehen, aber mit einem Zusatz wie „aufgeschrieben von…“

Es gibt immer einen Weg, die Wahrheit elegant zu sagen.

Wenn Sie noch ein Stündchen Zeit für geschliffene (englische) Rede haben: Der brillante Ghostwriter von Barack Obama, Jon Favreau, spricht vor der Oxford Union über seine Erlebnisse. Ein Genuss.


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