Weihnachten kommt immer so plötzlich!

WeihnachtswünscheAlso ich spreche jetzt niemanden direkt an – aaaber… Trotz Finanzkrise wird ja breit gestreut „Frohe Weihnachten!“ oder Ähnliches gewünscht, und zwar privat wie geschäftlich. Aus Kostengründen gewinnen dabei E-Mails gegenüber Briefkarten an Terrain. Doch das mindert nicht die damit verbundenen Peinlichkeiten, denn: Weniger glaubwürdig sind höchstens noch Beileidsbekundungen.

Da verschmelzen knallharte Banker scheinbar mit dem lieben Jesulein in der Krippe; Immobilienhaie fallen mir (und meinen Lieben, die sie gar nicht kennen) verbal um den Hals, und knochentrockene Parteipolitiker wünschen mir „herzlichst“ irgend etwas zum Neuen Jahr. Das sind die krassen Fälle. Aber auch die harmloseren („Ihr Kfz-Partner wünscht frohe Feiertage“) tappen mindestens in die Banalitätsfalle. Phantasielosigkeit oder Panik wegen knapper Zeit (siehe Überschrift) sind da effektive flankierende Faktoren.

Die Fahndung nach Auswegen läuft seit ein paar Jahren. Es gibt zwei Täterprofile: Die Wohltätigen teilen mit: „Diesmal keine Hochglanz-Tischkalender – unterstützen Sie mit uns die hungernden Regenwälder!“ Die Witzigen haben irgendwo eine originelle neue PowerPoint-Sache zum Fest aufgetrieben. (Mein Favorit dieses Jahr ist der hier.) Bei beidem muss ich aber gut aufpassen, ob ich dem Empfänger damit gerecht werde.

So, und jetzt kommt das Einzige, was meiner Meinung nach wirklich hilft – genau wie bei jeder anderen PR-Arbeit:

  1. Ich muss eine Viertelstunde lang überlegen, wer ich bin, wozu ich wirklich stehen kann und was mich gerade bewegt.
  2. Ich muss vor diesem Hintergrund herausfiltern, was davon eine Botschaft für meine Adressaten und Adressatinnen ist.
  3. Das sage ich dann mit eigenen Worten, wie ich sie etwa für eine Person wählen würde, der ich einfach nur wohlwollend gegenüber stehe.
  4. Für den Feinschliff beauftrage ich für wenig, aber gut angelegtes Geld einen Profi (das war jetzt schon der ganze Werbeblock!) oder teste die paar Sätze beim verschwiegenen Kundenberater meiner Bank.

Sollte dabei herauskommen, dass „Frohe Weihnachten und gutes Neues Jahr“ genau richtig ist – machen Sie sich keine Sorgen: Das wünsche ich Ihnen auch.

18. Dezember 2010

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