Pfui Deibel, der „Spiegel“ kotzt !

Praschma-Blog Spiegel über ManufactumSagen wir, Sie haben einen Blog. Oder Sie schreiben auch mal etwas Längeres in einem der sozialen Netzwerke. Dann erfahren Sie jetzt, was Sie dabei strikt unterlassen sollten. Nämlich, dass Sie sich keinesfalls, nie und nimmer, um Himmels Willen… also: Nehmen Sie sich kein Vorbild an einem Schreibstil, wie ihn der „Spiegel“ in dem Artikel über Thomas Hoof, den Ex-Chef von Manufactum („Es gibt sie noch die guten Dinge“) pflegt. Weil: *Speiübelwerd*

Worum es geht? – Hier findet aus der billigsten Absicht, den Leser zu bespaßen, die öffentliche Abschlachtung eines Mannes und eines Unternehmens statt. Das ist streckenweise brilliant formuliert; solche Kritiker wünscht man seinen Feinden. Man kann das ganz köstlich finden und hundertfach auf Facebook teilen – außer wenn man irgendwann schon einmal auch nur 10 Minuten über das Thema nachgedacht hat. Denn dann wird schnell klar: Das geht überhaupt nicht.

Ordentliche Handwerksarbeit zeugt also von braunem Gedankengut

Der Hintergrund ist schnell erzählt. Manufactum verkauft Gebrauchsgüter, die lange halten sollen, möglichst nicht von weit her kommen… gediegene Qualität also, und dementsprechend oft auch teuer. Thomas Hoof hat sich nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen noch den Verlag Manuscriptum behalten. Dort ist das wegen Rechtslastigkeit heftig umstrittene Buch von Akif Pirinçci „Deutschland von Sinnen“ erschienen.

Daraus kochen nun die Spiegel-Autoren Diez und Hüetlin eine hocharomatische Brühe aus Sachen, die so gut wie gar nichts miteinander zu tun haben, unterm Strich aber einen veritablen Rufmord ergeben. Den Schaum des hochgekochten Suds abgeschöpft, erkennt man etwa Folgendes: „Diesen Waren, die eine altbürgerliche Gediegenheit und ein neubürgerliches Selbstbewusstsein signalisieren sollen, haftet auch eine Aura der Angst und des Bedrohtseins an. (…) Mistgabeln und Gummistiefel also gegen die Gülle der Gegenwart. (…) Der Mann, der einer ganzen Generation die Botschaft vom Guten, Schönen, Wahren verkauft hat, ist ein zivilisationsmüder Apokalyptiker, der seinen Untergangssehnsüchten nachhängt.“

Der Mann, das ist Thomas Hoof, der jetzt Pirinçci verlegt – was als messerscharfer Beleg dafür herhalten muss, dass das ganze Manufactum-Sortiment demselben ideologischen Sumpf entspringt. Ziemlich gegen Ende der ellenlangen journalistischen Breitseite gegen Manufactum erwähnt der Spiegel zwar noch, dass sich Manufactum genau wegen Pirinçci von Hoof distanziert hat. Aber da hat die Firma schon so viele (vermeintliche) Volltreffer der Formulierungskunst abbekommen, dass man nur noch qualmende Trümmer vor dem geistigen Auge hat.

Von Nachahmung wird dringend abgeraten

Lassen wir Hoof und Pirinçci beiseite, bleiben wir bei Manufactum. Man muss diesem Unternehmen keinen Heiligenschein aufsetzen. Das Signal etwa, zum Kauf einer Espressomaschine für 3350 Euro aufzurufen, kann man mit guten Gründen kritisieren. Aber! Dass Textilien, Geräte aller Art oder Möbel, die dreimal so lange halten wie Discount-Ramschware und noch dazu tariflich Beschäftigten ein faires Einkommen ermöglichen – dass solche Waren auch dreimal so viel kosten, das ist aus ökologischen und sozalen Gründen völlig berechtigt.

Hinzu kommt, dass jeder Prospekt von Manufactum nebenbei Bewusstseinsarbeit leistet, soweit ein Prospekt das überhaupt vermag: Auch wer nichts dort bestellt, kann sich (wenn er will) beim nächsten Kauf erinnern, was nachhaltiger Konsum ist. Diesen bescheidenen gesellschaftlichen Beitrag erledigt der Spiegel mit seinen zynisch konstruierten Pseudo-Zusammenhängen in einem Aufwasch gleich mit. Schwer vorstellbar, dass dabei etwas anderes eine Rolle spielt als das Kalkül mit der Sensationslust des Publikums: „Ja, ja, gibs ihm!“

Moral von der Geschicht’: Lassen Sie sich ruhig von Profis inspirieren, was den Schreibstil betrifft. Aber wenn Sie dann was gelernt haben – verlieren Sie nicht aus eitler Gefallsucht oder was auch immer den Anstand, sonst landen Sie auf der dunklen Seite der Macht.

30. Oktober 2015

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